StartAus dem LebenIntellektuelle Kapazität (1) Unsere seit Jahren niedergemähte intellektuelle Kapazität

Intellektuelle Kapazität (1) Unsere seit Jahren niedergemähte intellektuelle Kapazität

Ziel der Wissenschaft ist es, das Leben zu verbessern, doch manche Regierungen nutzen die Sozialwissenschaften für ihre eigene Agenda. Der erste Teil der Reihe Intellektuelle Kapazität beschreibt, wie die intellektuelle Kapazität des Einzelnen niedergemäht wurde.

Die Lebensqualität zu erhöhen und die Gesellschaft zu verbessern, gehört zu den Zielen der Wissenschaft. Doch als sollten genau diese Ziele nicht verwirklicht werden, haben manche Politiker und Regierungen von der Vergangenheit bis heute die Sozialwissenschaften und ihre Methoden im Sinne ihrer eigenen Agenda persönlicher Interessen missbraucht. Um bei den Massen die gewünschte Verhaltens- und Einstellungsänderung herbeizuführen und an der Macht zu bleiben, wird sehr oft versucht, eine Ideologie mit politischen Zielen zu entwerfen.

Der erste Akteur, der auf dem Weg zum Erfolg ins Visier genommen wird, sind die Einzelnen, die die Gesellschaft bilden. In dieser Reihe werden wir die Bemühungen der Machthaber, „den Einzelnen“ zu zerstören oder umzuformen, und die Art, wie der Einzelne seinen Schutz- und Abwehrmechanismus betreibt, untersuchen und einige Befunde und Lösungsvorschläge erörtern.

In unserer vorigen Reihe sind wir auf die Methoden der Massenkommunikation, die zusammen mit der Technik als wirksamstes Mittel genutzt werden, und darauf eingegangen, wie böswillige Akteure sie geschickt zu Werkzeugen machen, und haben versucht, den Zustand des „Gewahrseins“ mit Beispielen zu untermauern.

Nun betrachten wir das Unverzichtbare für Bewusstsein und Urteil: „Bildung, Wissensfundus und intellektuelle Kapazität“.

In diesem Rahmen werden wir, indem wir die Mindestausstattung darlegen, die Einzelne, die eigentlich eine Art Kontrolle der Staatsführung ausüben, haben sollten (oder haben sollen), auch untersuchen, was über den Einzelnen für die gesellschaftliche Entwicklung getan werden kann.

Mit dem auf diesem Gebiet zurückgelegten Weg werden wir, so meinen wir, auch besser darstellen können, wie und warum die gegenwärtige Regierung seit Jahren versucht, die Gesellschaft und künftige Generationen unwissend zu machen.

Eine unfähige Führungsriege

In Bereichen, die Erfahrung oder Fachwissen erfordern, will jeder, dass unbedingt ein Fachmann am Werk ist. Wir wollen also, dass uns ein kompetenter Arzt operiert, ein guter Meister unser Auto repariert und ein erfolgreicher Lehrer sich um unser Kind kümmert.

In diesem Sinne wünschen wir uns auch, dass die Beamten, Manager, Bürokraten und Politiker, die in den Institutionen und der Führung eines ganzen Landes tätig sein werden, ihr Handwerk verstehen.

Bevor wir auf die aktuelle Lage eingehen, lohnt es sich, einige Begriffe zu nennen. Können wir beurteilen, ob die Kandidaten, die uns vorgesetzt werden und zwischen denen wir wählen sollen, für ein Amt geeignet und befähigt sind?

Wie steht es um unsere Filter zur Messung ihrer Leistung in Bereichen wie Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Außenpolitik, falls sie gewählt werden?

Haben wir genügend intellektuellen Fundus, Bildung und Weitblick, um diese Aufgaben angemessen zu bewältigen?

Die Frage in diesem Zusammenhang lautet: Kommen Wahlen oder Veränderungen dadurch zustande, dass gesellschaftliche Forderungen eine bestimmte Schwelle überschreiten? Oder werden sie von einer begrenzten Zahl von Intellektuellen dominiert, die in der Gesellschaft insgesamt dieses Bedürfnis wecken?

Eine weitere Frage lautet: Denken wir genug darüber nach, wie die Machthaber das im Zentrum des Paradigmas der Staatsführung stehende Demokratieverständnis und Praktiken wie Wahlen missbrauchen?  Selbst die wichtigsten Kritiken der Philosophen der Antike konzentrierten sich auf dieses Thema.

Unser geistiger Prozessor und unser Betriebssystem

Die intellektuelle Kapazität, der Baustein des gesellschaftlichen Bewusstseins, ist, lehrbuchhaft ausgedrückt, unsere Fähigkeit, diszipliniert zu denken, zu lernen, zu planen und auszuführen. Gewissermaßen lässt sie sich auch als unser Prozessor und unser Betriebssystem betrachten.

Um den Begriff der intellektuellen Kapazität zu verstehen oder zu erklären, ist auch ein ganz kurzer Blick auf den Begriff der „Vision“ nützlich. Das Wort Vision stammt aus dem Französischen. Im Wörterbuch bedeutet es unter anderem Sehen, Anblick, weiter und vorausschauender Blick. Es ist die Resultierende der im Laufe der Zeit unternommenen Entwicklungsbemühungen und gewonnenen Bewusstheit.

Der Mensch kann nicht zwischen Dingen wählen, die er nicht gründlich sehen und kennen kann, und kein gesundes Urteil bilden. Auf einem Weg, den er nicht sieht, kann er nicht sicher gehen. Ist er farbenblind, sieht er den Regenbogen unvollständig. Kurzum, wer keine Vision hat, hat auch keine Mission. In diesem Sinne können wir sagen, dass das Rückgrat der intellektuellen Kapazität aus persönlicher Entwicklung, Wissensfundus und Bildung besteht.

In unserem nächsten Text werden wir auf die Begriffe des gebildeten Menschen und der Bildung eingehen, die die an Machtvergiftung leidenden Herrschenden als größtes Hindernis und potenzielle Bedrohung für sich wahrnehmen.

Zweiter Teil: Die fragende Gesellschaft und das Zeugnis der Regierung

Dritter Teil: Diagnose und Lösungsvorschläge

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