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Erwartete Vorteile der Terahertz-Bildgebung

In Drohnen integrierte Terahertz-Bildgebungssysteme versprechen, Waffen und Sprengstoff aus der Ferne zu erkennen und so genauer zwischen Unbeteiligten und Bedrohungen zu unterscheiden.

Gastautor: Salih Ergün

| Teil 6

Mit dem Übergang von personalintensiven Verfahren zu technologiegestützten, vernetzten Systemen in der Terrorismusbekämpfung werden in der Bildaufklärung erhebliche Fortschritte erzielt. Heute werden auf Grundlage von Drohnenbildern Einsätze in den betreffenden Gebieten geplant, oder in Ländern mit bewaffneten Drohnen werden erkannte Bedrohungen direkt bekämpft.

Der wichtigste erwartete Vorteil der Terahertz-Bildgebung auf Drohnen dürfte in den Möglichkeiten liegen, zwischen „Unbeteiligten und Terroristen“ zu unterscheiden. Lässt sich feststellen, ob auf große Entfernung erfasste Personen Waffen oder Sprengstoffe tragen, kann der Übergang „von der Bedrohung zum Ziel“ und damit die Unterscheidung zwischen „Unbeteiligten und Terroristen“ genauer und schneller erreicht werden. So lassen sich mögliche Fehler bei der Terrorismusbekämpfung vermeiden und verhindern, dass Terrororganisationen solche Vorfälle als Propagandamittel nutzen.

Heute, da Drohnen weltweit meist zur Aufklärung und Überwachung dienen, lässt sich die Zielverifizierung erfasster Personen mit den vorhandenen Systemen je nach regionalen Gegebenheiten und danach, ob sich die Personen nahe oder in einer Ortschaft befinden, nicht immer zuverlässig durchführen. Daher muss zusätzliches Personal zur Verifizierung eingesetzt werden. Man geht davon aus, dass die Integration der Terahertz-Bildgebung in Drohnen nicht nur Personal spart, sondern auch Präzisionseinsätze ermöglicht, bei denen die Initiative bei den Sicherheitskräften liegt und die auf der Bekämpfung erkannter und identifizierter Ziele beruhen statt auf verlustreichen Aufgaben wie der Suche nach Feindkontakt.

Wird die Fähigkeit der Drohnen, auf große Entfernung Bilder zu gewinnen, um Terahertz-Bildgebung ergänzt, lassen sich Bedrohungen aus sehr großer Distanz erkennen. So können Beweise für Anschläge, die sich gegen Menschenmengen richten und in Städten geplant sind, viel früher gewonnen werden, und die Initiative bei vorbeugenden Maßnahmen bleibt bei Zeitersparnis bei den Sicherheitskräften.

Die größte Schwierigkeit bei Einsätzen nahe Ortschaften, besonders in ländlichem und bewaldetem Gelände, ist es, bei erfassten Personen zwischen Zivilisten und Terroristen zu unterscheiden. Terroristen nutzen die Rücksicht der Sicherheitskräfte aus: Sie nähern sich als harmlose Zivilisten getarnt, mit in der Kleidung versteckten Waffen und Sprengstoffen, und verursachen Verluste. Man geht davon aus, dass sich mit Terahertz-Bildgebung auf Drohnen Terroristen, die sich Sicherheitskräften im Gelände oder an Stützpunkten nähern, aus größerer Entfernung schneller und genauer erkennen lassen, sodass der Überraschungseffekt sinkt und Abwehrmaßnahmen ergriffen werden können.

Mit der Fähigkeit der Terahertz-Bildgebung, Sprengstoffe hinter Deckungen zu erkennen, können, vorbehaltlich von Grenzen wie Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit, auch die von Terroristen häufig eingesetzten USBV (unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen) sicherer erkannt und entschärft werden.

Fazit

Im heutigen globalen Sicherheitsumfeld ist der Terrorismus, der sich mit seinen asymmetrischen Vorteilen und regellosen Methoden als wichtigstes Problemfeld herausgebildet hat, zu einer globalen Bedrohung für die ganze Menschheit geworden. Auch wenn sich Methoden und Taktiken der Terrorismusbekämpfung je nach inneren Gegebenheiten unterscheiden, sollte das strategische Endziel darin bestehen, den Propaganda- und Handlungsraum der Terrororganisationen einzuengen.

Auf taktischer Ebene zielt die Bekämpfung der Terroristen, eine Dimension der Terrorismusbekämpfung, darauf ab, ihre Fähigkeit zu Anschlägen zu begrenzen, indem man ihre Organisationsfähigkeit schwächt, ihren Bewegungsspielraum einengt und durch Druck auf die Führung, ihren Schwerpunkt, ihre Entscheidungsfindung stört. Zu den wichtigsten Fähigkeiten der Sicherheitskräfte für taktischen Erfolg gehört daher eine umfassende Aufklärungsinfrastruktur mit Zielerfassung und -identifizierung in Echtzeit.

Für die Bildaufklärung gegen Terroristen werden Drohnen wegen ihrer Reichweite, Einsatzdauer und ihres Datenflusses häufig eingesetzt. Seit Drohnen in den 2000er-Jahren in der Terrorismusbekämpfung genutzt werden, werden die asymmetrischen Vorteile der Terrororganisationen, etwa die Nutzung des Geländes und das Vorgehen in kleinen, verborgenen Gruppen, zunehmend eingeschränkt. Über ihre Vorteile bei der Erkennung hinaus müssen Drohnen mit neuen Nutzlastsystemen integriert werden, damit erkannte Bedrohungen bewertet und identifiziert, also ihre Übereinstimmung mit Zielkriterien festgestellt und der Übergang „von der Bedrohung zum Ziel“ erreicht werden kann.

Dank der Möglichkeit, hinter bestimmte Abdeckungen zu blicken, ihrer nichtionisierenden Natur und ihres Entwicklungspotenzials hat die Terahertz-Bildgebung der Bildaufklärung eine neue Dimension verliehen. Mit diesem System, das im elektromagnetischen Spektrum zwischen Mikrowellen und Infrarot liegt und hinter manche Stoffe und Verpackungsmaterialien blicken kann (Metall und wasserhaltige Materialien schränken die Durchdringung deutlich ein), lassen sich am Körper versteckte Waffen und Sprengstoffe erkennen.

Ausgehend von den Erkennungs- und Identifizierungsmöglichkeiten der Terahertz-Bildgebung auf große und kurze Entfernung wurde ein Modell für ihren Einsatz auf Drohnen entworfen. In dem Modell, das den Prozess Zielerfassung–Identifizierung–Reaktion untersucht, werden von einer Drohne mit Terahertz-Nutzlast erkannte Bedrohungen anhand von Zielkriterien identifiziert; auf Grundlage abgebildeter Befunde wie Waffen und Sprengstoff bewerten Entscheidungsträger die Lage und reagieren; nach der Schadensbewertung wird der Prozess bei Bedarf erneut durchlaufen und es werden neue Reaktionen angewandt.

Als wichtigster Vorteil des Modells für den Einsatz der Terahertz-Technologie auf Drohnen wurde bewertet, dass es die Fähigkeit von Aufklärungs- und Überwachungsdrohnen verbessert, zwischen „Unbeteiligten und Terroristen“ zu unterscheiden. Zudem werden wirksamere Präzisionseinsätze mit der Initiative bei den Sicherheitskräften und mit weniger Aufwand, Zeit und Ressourcen erwartet.

Es zeigte sich, dass diese Technologie Einheiten in Stützpunkten und im Gelände schnellere und genauere Erkenntnisse über herannahende Bedrohungen liefern könnte, aber noch weiterentwickelt werden muss, weil ihre Anwendung auf Drohnen noch nicht ausgereift ist.

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