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Schutz vor Schadsoftware und Antivirenprogramme

Die erste Verteidigungslinie gegen Schadsoftware ist nicht die Technik, sondern die Kultur. Grundlegende Schutzmaßnahmen für Institutionen und Einzelne, von Sicherheitsrichtlinien bis zur Wahl des Antivirenprogramms.

Während wir die Vorzüge des digitalen Zeitalters genießen, steigt zugleich von Tag zu Tag die Wahrscheinlichkeit, auf bestimmte Bedrohungen zu stoßen. Technische und technologische Entwicklungen eröffnen auch böswilligen Menschen einen weiten Handlungsspielraum für Angriffe. Um diese negative Lage zu bewältigen, gibt es wichtige Maßnahmen.

Zunächst sollten auf institutioneller Ebene Sicherheitsrichtlinien (security policy), Sicherheitsverfahren (security procedures) und Sicherheitspläne (security plan) erstellt werden. Dies sollte in der Institution zur Kultur werden. Alle Beschäftigten sollten die nötigen Schulungen im Bereich Cybersicherheit erhalten und so sensibilisiert werden. Diese Maßnahmen sollten sowohl auf Unternehmensebene als auch auf individueller Ebene ergriffen werden. In diesem Beitrag werden nach einer kurzen Information über die technischen institutionellen Maßnahmen die persönlichen Maßnahmen und die Eigenschaften von Antivirenprogrammen untersucht. Dabei geht es um Arten von Antivirenprogrammen, ihre Funktionsweise, ihre Schwachstellen und Auswahlkriterien.

Die technischen Maßnahmen, die Institutionen zur Netzwerksicherheit ergreifen können, sind Firewall, VPN (virtual private network), Antivirus, IDS (Intrusion Detection Systems), URL-Filterung und starke Authentifizierung. Hinzu kommen Faktoren wie tägliche Datensicherung (daily backup) und das Aktualhalten der Systeme.

Diese Systeme werden im institutionellen Maßstab eingesetzt und schützen Computersysteme und Netzwerke vor Schadsoftware, anders gesagt vor Angriffen und unbefugtem Eindringen. Daneben gibt es auch wichtige Maßnahmen, die jeder Einzelne ergreifen sollte. Die Antwort auf die Frage, was zum Schutz unserer Geräte (Computer, Laptop, Tablet, Smartphone usw.) getan werden kann, ist von großer Bedeutung.

Grundsätzlich ist es sehr wichtig, die verwendeten Betriebssysteme und Anwendungen zu aktualisieren und stets aktuell zu halten. Anwendungen sollten wir nur aus vertrauenswürdigen Quellen auf unsere Geräte laden. Darüber hinaus verschaffen uns die gewählten Antivirenprogramme persönliche Sicherheit und Schutz. Doch was Antivirenprogramme sind, wie sie funktionieren und ob sie Schwachstellen haben, sind Fragen, die beantwortet werden müssen.

Allgemeiner Zweck und Daseinsgrund von Antivirenprogrammen ist es, Computer und Computersysteme vor Schadsoftware (malware) zu schützen und zu diesem Zweck Schadsoftware zu erkennen und zu beseitigen. Mit der Zeit und parallel zu den technologischen Entwicklungen hat sich auch Schadsoftware stark verändert. Dieser Wandel hat sie komplexer und schwerer beherrschbar gemacht. Antivirenprogramme versuchen heute, nicht nur Viren, sondern jede Art potenzieller Bedrohung zu erkennen und zu beseitigen.

Die Auswirkungen von Schadsoftware, die ohne Zustimmung der Nutzer installiert wird, lassen sich als eine Reihe negativer Folgen zusammenfassen, etwa die Leistung des Computers zu verringern, persönliche Daten im System auszuspähen, diese Daten zu löschen und sogar die Funktion der vom Computer gesteuerten Hardware zu beeinträchtigen.

Antivirenprogramme lassen sich in zwei Grundkategorien einteilen: signaturbasierte (signature based antivirus) und heuristische (heuristic based antivirus). Diese Kategorien können genutzt werden, um die fehlenden Eigenschaften der jeweils anderen auszugleichen, und ergänzen sich gegenseitig.

Signaturbasierte Antivirenprogramme verfügen über eine Datenbank (database of the signatures of malware). Diese Datenbank enthält die Signaturen von Schadsoftware. Bei der Arbeitsweise vergleicht das Programm beim Scannen die Signaturen in seiner Bibliothek mit den gescannten Objekten (entity), Anwendungen (software application) oder Dateien (files) und erkennt Übereinstimmungen als Schadsoftware. Mit anderen Worten: Der Virus muss dem Antivirenprogramm bekannt sein.

Heuristische Antivirenprogramme helfen Softwareanbietern und ihren Kunden dagegen, durch die Erkennung bislang unbekannter Viren einen Schritt voraus zu sein und sich gegen neue Schadsoftware zu verteidigen, die noch nicht in die Virendefinitionen aufgenommen wurde. Wie die Definition nahelegt, besitzen heuristische Programme bei der Erkennung von Schadsoftware keine Virendatenbank und brauchen auch keine. Sie nutzen die Methoden Dateianalyse (file analysis), dynamisches Scannen (dynamic scanning) und Erkennung genetischer Signaturen (genetic signature detection). Diese Techniken lassen sich zum Scannen und Untersuchen sowohl gespeicherter (files on storage) als auch übertragener Dateien (files in transit) einsetzen.

Nach der Erkennung gehen Antivirenprogramme dazu über, die gefundene Schadsoftware aus dem System zu entfernen. Dabei werden dem Nutzer verschiedene Optionen angeboten, etwa Quarantäne oder Löschen.

Wie aus den obigen Erläuterungen hervorgeht, können Antivirenprogramme, eine der Methoden und Systeme zum Schutz von Computersystemen, vor allem gegen immer komplexere und täglich neu auftauchende Schadsoftware unzureichend sein. Man kann es auch so ausdrücken: Antivirenprogramme können Viren, die nicht in ihrer gegen Schadsoftware genutzten Datenbank enthalten sind, nicht erkennen.

Um diesen Nachteil zu verhindern, werden Antivirenprogramme von den Herstellern (vendor) ständig aktualisiert, und neu entdeckte Schadsoftware wird der Bibliothek hinzugefügt. Die wichtigste Verantwortung der Nutzer, um diese Schwachstellen zu verringern, besteht darin, ihre Antivirenprogramme stets zu aktualisieren und immer auf dem neuesten Stand zu halten.

Eine zweite Frage lautet, welches Antivirenprogramm man wählen sollte und welches besseren Schutz bietet. Die Antwort darauf zu finden, ist keineswegs so leicht, wie es scheint. Es gibt jedoch einige Studien, Analysen und Bewertungen auf dem Markt. Die Ergebnisse des Malware Protection Test für März 2021 sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Diese Abbildung zeigt die Offline- und Online-Erkennungsraten von Schadsoftware, die Online-Schutzraten und die Fehlalarmraten der am häufigsten verwendeten Antivirenprogramme. Bei der Wahl eines Antivirenprogramms sollte man nicht nur auf die Zuverlässigkeit des Schutzes, sondern auch auf die Leistung achten und beide Eigenschaften berücksichtigen. Die empfehlenswerten Programme sind im Folgenden aufgeführt. Die Reihenfolge beruht auf Forschungsdaten, persönliche Vorlieben können abweichen.

Bitdefender: Bietet maximale Sicherheit bei minimaler Nutzung der Computerressourcen. Da es beide Eigenschaften vereint, kann es zu den ersten Wahlen gezählt werden.

Avast: Ist bei Privatnutzern sehr beliebt. Avast bietet viele Funktionen und stellt sie seinen Nutzern kostenlos zur Verfügung. Kostenlose E-Mail-Prüfung und Internetschutz gehören dazu.

Kaspersky: Ist eines der zuverlässigen und praktischen Antivirenprogramme. Die kostenlose Version bietet Schutz vor Phishing, Identitätsdiebstahl und Ransomware sowie Sicherheit beim Banking und Einkaufen.

Avira: Ein weiteres leistungsfreundliches Programm ist Avira. Die kostenlose Version schützt vor E-Mail-Betrug und Passwortdiebstahl.

McAfee: Ist ein bei Privatnutzern verbreitetes und beliebtes Programm. Zu den Funktionen der kostenpflichtigen Version gehören Passwortverwaltung, Websicherheit, Passwortspeicherung und PC-Optimierung.

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