Einem auf US-Geheimdienstinformationen gestützten CNN-Bericht zufolge produziert Saudi-Arabien mit chinesischer Hilfe ballistische Raketen. Der Beitrag hinterfragt Chinas neue Rolle im Nahen Osten.
PUGAT Nachrichtenanalyse / Mehmet Emin Karagöz
CNN veröffentlichte einen Bericht, der sich auf offizielle amerikanische Quellen stützt. Darin wird behauptet, Saudi-Arabien habe gemeinsam mit China mit der Produktion ballistischer Raketen begonnen. Angeblich verfügen amerikanische Geheimdienste über Satellitenbilder der Produktionsanlagen in Saudi-Arabien. Die Behauptungen im Bericht wurden jedoch von den zuständigen Stellen noch nicht offiziell bestätigt.

Unter dem Namen „One Belt One Road“ betreibt China mit 65 Ländern der Welt (darunter die Türkei) gemeinsame Handelsprojekte. Chinas Ziel bei diesen Projekten und der Rahmen der geheimen und offenen Projekte mit den Mitgliedsländern werden ständig diskutiert.
Das Projekt One Belt One Road (OBOR) und die chinesisch-saudischen Beziehungen?
China hat das Projekt 2013 offiziell angekündigt. Allgemein ist es auch als Seidenstraßen-Projekt bekannt. Mit diesem Projekt will China seine wirtschaftliche Integration in die Welt vertiefen und steigert durch neue Handelswege seine Wettbewerbsfähigkeit in der Weltwirtschaft. Endziel ist es, seine Handelswaren ohne Unterbrechung, schneller und zu etwa einem Fünftel der heutigen Kosten von China bis nach Großbritannien zu bringen. In diesem Rahmen ist auch Saudi-Arabien Teil des Strangs „Maritime Seidenstraße“.

Obwohl die diplomatischen Beziehungen zwischen China und Saudi-Arabien offiziell erst 1990 aufgenommen wurden, zeigt die Tatsache, dass die militärischen Beziehungen in so kurzer Zeit die Ebene einer gemeinsamen Produktion ballistischer Raketen erreicht haben, welche Bedeutung China diesem Land beimisst. Zudem fällt besonders auf, dass China das Projekt der gemeinsamen Raketenproduktion auf die Gefahr hin betreibt, in der Region mit den USA in Konflikt zu geraten.
Mögliche Entwicklungen in den kommenden Jahren
Es wird erwartet, dass China diese Aktivitäten in der kommenden Zeit im Rahmen des Projekts One Belt One Road (OBOR) unter dem Deckmantel von Waffenverkäufen und anderen Bezeichnungen ausweiten wird. Auch wenn China behauptet, in den teilnehmenden (Mitglieds-)Ländern des OBOR-Projekts Handelspartnerschaften und Unternehmungen zu betreiben, zeigen die Ergebnisse, dass die Ziele dieses Projekts andere sind. So musste Tadschikistan, als es die Investitionen und Projektkosten im Rahmen von OBOR-Projekten im eigenen Land nicht finanzieren konnte, die Verwaltung eines Teils seiner Minen (Gold und Kohle) an China abtreten.
Berücksichtigt man die Sicherheitsbedenken Saudi-Arabiens und seiner Nachbarländer (etwa die jemenitisch-saudischen Kämpfe), kann man sagen, dass China diese Empfindlichkeit der Länder der Region ausnutzen und dabei Spannungen mit Europa und den USA nicht scheuen wird.
Zudem lässt sich vorhersagen, dass die Region neben all ihren Problemen im Rahmen dieses Projekts auch Schauplatz neuer Spannungen und sogar Konflikte (Stellvertreterkriege) werden wird.
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