Mit der Fernarbeit haben individuelle Cyberangriffe und Schadsoftware gegen persönliche Daten zugenommen. Die grundlegenden Wege zur Sicherheit persönlicher Daten und zum guten Umgang mit Passwörtern.
Mit der Digitalisierung hat die Nutzung von Internet und Netzwerken zugenommen. Zudem hat sich unter dem Einfluss von COVID-19 der Platz von Fernarbeitsmodellen in unserem Leben gefestigt. Folgerichtig ist es im Bereich der Cybersicherheit sowohl wichtiger als auch deutlich schwieriger geworden, Beschäftigte zu beaufsichtigen und ihre digitale Sicherheit zu gewährleisten. Auch bei Cyberangriffen, denen wir individuell begegnen können, und beim Einsatz von Schadsoftware (malware) gegen unsere persönlichen Daten gibt es einen deutlichen Anstieg. Fast täglich kann man darüber in den Medien lesen.
Die im Bereich tätigen Cybersicherheitsexperten warnen häufig vor Cyberangriffen oder Schadsoftware mit möglicherweise schweren Folgen. Dennoch wählen viele Menschen beim Erstellen von Passwörtern, einem der ersten Schritte der persönlichen Datensicherheit, leicht zu knackende Passwörter. Laut dem jährlich von NordPass veröffentlichten Bericht „Häufigste Passwörter“ nutzen Menschen häufig Fußballvereine, Automarken, Bandnamen oder ihre eigenen Namen als Passwort.
Es gibt interessante Beispiele…
In einer Studie in Israel untersuchte der Sicherheitsforscher Ido Hoorvitch 5.000 WLAN-Netze in Tel Aviv. Der Forscher konzentrierte sich darauf, den als PMKID (Pairwise Master Key Identifier) bezeichneten Wert abzufangen, der mit dem Roaming im Netz zusammenhängt und zur Authentifizierung dient. Er konnte 2.200 Passwörter mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von neun Minuten pro Passwort knacken.
Mit einer einfachen und leichten Methode knackte Hoorvitch am Ende der Studie rund 70 % der WLAN-Passwörter. Das zeigt, dass für WLAN-Netze keine starke Passwortrichtlinie festgelegt wurde. Erlangen Angreifer unser persönliches WLAN-Passwort, können sie auf unser persönliches Netz (LAN – Local Area Network) zugreifen, unsere Router-Einstellungen ändern und unter Ausnutzung von Schwachstellen unsere Geräte im Netz übernehmen. Um uns vor solchen Cyberangriffen zu schützen, müssen wir zuerst eine starke Passwortrichtlinie anwenden.
Im weiteren Verlauf des Beitrags nehmen wir eine kurze Bewertung des Themas vor und versuchen herauszufinden, wie persönliche Daten sicherer gemacht werden können. Dabei gehen wir auch auf negative Situationen ein, denen wir persönlich ausgesetzt sein können, und auf wichtige Methoden, auf die beim Erstellen von Passwörtern zu achten ist.
Der Begriff der persönlichen Sicherheit, der einen weiten Bereich von unseren privaten Social-Media-Konten bis zu E-Mail- und Bankkonten umfasst, ist von lebenswichtiger Bedeutung und darf keinesfalls vernachlässigt werden. Werden unsere persönlichen Social-Media-Konten übernommen oder gehackt (hacking activities), kann das, was uns widerfährt, sehr ernste Ausmaße annehmen, und strafbare Beiträge, die von diesen Konten aus veröffentlicht werden, können uns sogar mit Gerichtsverfahren konfrontieren.
Werden unsere Konten übernommen, können unsere Identitätsdaten von der Person oder den Personen, die sie erlangt haben, sowohl für illegale Zwecke als auch für bestimmte finanzielle Vorteile genutzt werden. Ein auf unseren Namen gefälschter Ausweis oder ein auf unseren Namen eröffnetes Kreditkartenkonto sind die ersten Beispiele, die einem einfallen. Gegenüber einer Lage mit so ernsten Folgen gleichgültig zu bleiben, wäre sinnlos.
Was kann man also gegen diese Cyberangriffe tun? Auch wenn die Antwort etwas kompliziert erscheint, können wir das Problem mit wirksamen Passwortmethoden überwinden. Welche Techniken oder Methoden könnten das sein? Es lohnt sich, sie ein wenig zu erläutern. Zuvor ist es sinnvoll, die allgemeinen Methoden der Angreifer (attacker) zu kennen.
Einige allgemeine Techniken, mit denen Angreifer Passwörter knacken, sind:
- Raten (Guessing): Der Angreifer probiert fortlaufend allgemeine Informationen wie Geburtsort, Sportverein oder Namen der Kinder der Zielperson aus.
- Online-Wörterbuchangriffe (Online Dictionary Attack): Der Angreifer nutzt mit einem automatisierten Programm online verfügbare, ständig aktualisierte Wörterbücher. Mit Wörterbuch sind Listen bereits verwendeter Passwörter gemeint, meist aus früheren Sicherheitsverletzungen.
- Offline-Wörterbuchangriffe (Offline Dictionary Attack): Der Angreifer verwendet eine dem Online-Angriff ähnliche Methode, nutzt aber eine kopierte Offline-Version des Wörterbuchs. Auch hier laufen die Angriffe über automatisierte Programme.
- Offline-Brute-Force-Angriffe (Offline Brute Force Attack): Der auch als erschöpfende Schlüsselsuche bezeichnete Brute-Force-Angriff ist ein kryptoanalytischer Angriff (cryptanalytic method), mit dem versucht wird, verschlüsselte Daten zu entschlüsseln. Kurz gesagt ist das Ziel dieses Angriffs der Verschlüsselungsalgorithmus selbst.
Zu den wichtigsten Gegenmaßnahmen gehören: Der physische Zugang zum genutzten System sollte kontrolliert, der elektronische Zugriff auf Passwortdateien kontrolliert, Passwortdateien verschlüsselt, starke Passwortrichtlinien erstellt, Passwörter maskiert (eingegebene Passwörter sollten nicht als Text auf dem Bildschirm erscheinen) und Multi-Faktor-Authentifizierung sowie Kontosperrung eingesetzt werden.
Worauf ist beim Erstellen starker Passwortrichtlinien zu achten? Einige wichtige Punkte:
- Es sollte eine Kombination aus Klein- und Großbuchstaben verwendet werden.
- Es sollten nicht aufeinanderfolgende Ziffern verwendet werden.
- Auch Symbole außer Buchstaben sollten verwendet werden.
- Es sollten Unicode-Zeichen verwendet werden.
- Persönliche Namen oder Wörter, die wir in sozialen Medien verwendet haben, sollten nicht genutzt werden. So sollten wir etwa den Namen der Katze auf unserem Facebook-Profilbild nicht als Passwort verwenden, denn Angreifer recherchieren und analysieren die Zielperson, bevor sie angreifen.
- Zugleich sollten Passwörter so gewählt werden, dass man sie sich merken kann.
- Passwörter mit mehr als 14 Zeichen sind viel schwerer zu erraten und zu knacken als kürzere. Passwörter mit mindestens 14 Zeichen sind daher sicherer. Wird ein kürzeres Passwort verwendet, braucht es eine komplexe Zeichenstruktur.
- Passwörter sollten in der Regel alle 42 Tage geändert und alte Passwörter nicht wiederverwendet werden.
- Passwörter sollten nicht auf dem Computer oder Telefon gespeichert werden. Sollen sie elektronisch gespeichert werden, ist unbedingt ein seriöser Passwortmanager zu verwenden. So werden die Passwörter in einem verschlüsselten Passworttresor aufbewahrt. Auch das Aufschreiben birgt ernste Risiken. Wer diese Methode nutzt, sollte zumindest ein selbst entwickeltes Verschlüsselungsverfahren anwenden, damit jemand, der an die Aufzeichnung gelangt, mit den dort stehenden Daten nicht auf unsere Konten zugreifen kann.
Fazit: Der Schutz unserer persönlichen Daten ist zuallererst eine persönliche Verantwortung, und die nötigen Maßnahmen müssen ergriffen werden. Um künftig keinen Vorwürfen ausgesetzt zu sein und unsere persönlichen Daten zu schützen, ist es sehr wichtig, die oben genannten Maßnahmen zu ergreifen. Persönliche Sicherheit bringt auch Zufriedenheit und Ruhe. Es ist von großer Bedeutung, gegen Cyberangriffe, eines der Grundprobleme der heutigen digitalen Welt, persönliche Vorkehrungen zu treffen und sie nicht zu vernachlässigen.
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